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Linz – Industrie, Kultur und Lebensqualität an der Donau

Linz ist die Landeshauptstadt des österreichischen Bundeslandes Oberösterreich und nach Wien und Graz die drittgrößte Stadt Österreichs. Lange Zeit wurde Linz vor allem als Industrie- und Stahlstadt wahrgenommen. Heute präsentiert sich die Donaustadt wesentlich vielfältiger: Historische Plätze, moderne Architektur, international bekannte Medienkunst, Musik, Universitäten und große Industriebetriebe prägen gemeinsam ihr Erscheinungsbild. Gerade der Kontrast zwischen Vergangenheit und Zukunft macht Linz zu einem interessanten Ziel für Städtereisende.

Geografische Lage, Bundesland und Einwohnerzahl

Linz liegt im Norden Österreichs an beiden Ufern der Donau. Die Stadt befindet sich im oberösterreichischen Zentralraum, einer der wirtschaftlich bedeutendsten Regionen des Landes. Nördlich der Donau beginnen die Hügel des Mühlviertels, während sich südlich der Stadt das oberösterreichische Alpenvorland erstreckt. Durch ihre Lage an der Donau und an wichtigen Verkehrswegen besitzt Linz seit Jahrhunderten eine große Bedeutung für Handel, Verkehr und Industrie.

Das Stadtgebiet umfasst ungefähr 96 Quadratkilometer. Zu Beginn des Jahres 2026 waren in Linz rund 215.000 Menschen mit Hauptwohnsitz gemeldet. Damit ist die Stadt nicht nur das politische und wirtschaftliche Zentrum Oberösterreichs, sondern auch ein wichtiger Hochschul-, Kultur- und Arbeitsplatzstandort.

Entstehung und frühe Geschichte

Die Ursprünge von Linz reichen bis in die Antike zurück. Bereits die Kelten nutzten die günstige Lage an einer Biegung der Donau. Der spätere römische Name „Lentia“ wird vermutlich von einer keltischen Wortwurzel abgeleitet, die „biegsam“ oder „gekrümmt“ bedeutet. Gegen Ende des ersten Jahrhunderts nach Christus errichteten die Römer ein Kastell, um den Donauraum und einen wichtigen Verkehrsübergang zu schützen. Die römische Siedlung bestand mehrere Jahrhunderte.

Im Jahr 799 wurde der Ort erstmals schriftlich als „Linze“ erwähnt. Im frühen Mittelalter entwickelte sich Linz zu einem Markt- und Zollort. Die Donau, die Fährverbindung und später die Brücke waren entscheidend für den wirtschaftlichen Aufstieg. Händler transportierten unter anderem Salz, Eisen, Lebensmittel und handwerkliche Erzeugnisse durch die Region.

Eine besondere Blütezeit erlebte Linz am Ende des 15. Jahrhunderts. Kaiser Friedrich III. residierte von 1489 bis 1493 in der Stadt. Im Jahr 1490 wurde Linz erstmals als Hauptstadt von Österreich ob der Enns bezeichnet, dem späteren Oberösterreich. Die Stadt erhielt wichtige Rechte, darunter die freie Wahl eines Bürgermeisters. Dadurch wuchs ihre politische und wirtschaftliche Bedeutung.

Von der Handelsstadt zur Industriestadt

In den folgenden Jahrhunderten blieb Linz ein bedeutender Handelsplatz. Jahrmärkte, Salzhandel und die Lage an der Donau förderten den Wohlstand. Gleichzeitig prägten Brände, Seuchen, Kriege und politische Konflikte die Stadtgeschichte. Im 17. Jahrhundert lebte und arbeitete der Mathematiker und Astronom Johannes Kepler in Linz. Er unterrichtete an der Landschaftsschule und verbrachte insgesamt etwa 14 Jahre in der Stadt.

Die Industrialisierung setzte vor allem in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein. Dampfschifffahrt, Eisenbahnverbindungen, Schiffswerft, Lokomotivbau, Textilbetriebe und Lebensmittelproduktion veränderten Linz grundlegend. Neue Stadtviertel entstanden, Vororte wurden eingemeindet und die Bevölkerung wuchs. Die frühere Tabakfabrik, die Eisenbahn und die Pöstlingbergbahn erinnern bis heute an diese Phase des technischen und wirtschaftlichen Aufbruchs.

Linz im 20. Jahrhundert

Ein besonders schwieriges Kapitel ist die Zeit des Nationalsozialismus. Adolf Hitler plante, Linz zu einer monumentalen Industrie-, Verwaltungs- und Kulturstadt auszubauen. Mit den Hermann-Göring-Werken und weiteren Rüstungsbetrieben entstand eine großflächige Schwerindustrie. Der Ausbau war eng mit Verfolgung, Enteignung, Zwangsarbeit und dem Einsatz von Häftlingen aus Konzentrationslagern verbunden. Über das Stadtgebiet verteilt bestanden zahlreiche Lager für Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter. Im Zweiten Weltkrieg wurden große Teile der Stadt durch Luftangriffe beschädigt.

Nach 1945 wurden die Industrieanlagen wieder aufgebaut. Aus den ehemaligen Hermann-Göring-Werken entstand die verstaatlichte VÖEST, die spätere voestalpine. Das Unternehmen wurde zu einem wichtigen Symbol des österreichischen Wiederaufbaus und prägt Linz bis heute.

Gleichzeitig begann die Stadt, ihr Image zu verändern. Mit der Gründung der heutigen Johannes Kepler Universität, der Eröffnung des Brucknerhauses, des Ars Electronica Centers und des Lentos Kunstmuseums entwickelte sich Linz zunehmend zu einer Bildungs- und Kulturstadt. Im Jahr 2009 war Linz Europäische Kulturhauptstadt.

Sehenswürdigkeiten und kulturelle Highlights

Linz verbindet historische Bauwerke, moderne Architektur, Industriegeschichte und zeitgenössische Kunst. Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten und kulturellen Angeboten gehören:

  • Linzer Hauptplatz: Einer der größten umbauten Plätze Österreichs. Barocke Bürgerhäuser, das Alte Rathaus und die Dreifaltigkeitssäule bestimmen das Erscheinungsbild.
  • Linzer Altstadt: Kleine Gassen, historische Häuser, Cafés, Geschäfte und traditionelle Gasthäuser machen die Altstadt zu einem beliebten Ziel für Besucher.
  • Linzer Schloss und Schlossmuseum: Das Museum zeigt Ausstellungen zur Geschichte, Kunst, Kultur, Technik und Natur Oberösterreichs.
  • Martinskirche: Die kleine Kirche gehört zu den ältesten erhaltenen Kirchen Österreichs und enthält Bauteile aus der Römerzeit.
  • Mariendom: Der auch Neuer Dom genannte Sakralbau ist gemessen an seiner Fläche die größte Kirche Österreichs. Besonders sehenswert sind seine farbigen Glasfenster.
  • Pöstlingberg: Der Linzer Hausberg bietet einen weiten Ausblick über die Stadt, die Donau und das oberösterreichische Umland.
  • Pöstlingbergbahn: Die historische Bergbahn fährt vom Linzer Hauptplatz auf den Pöstlingberg und zählt zu den steilsten Adhäsionsbahnen der Welt.
  • Pöstlingberg-Basilika: Die weithin sichtbare Wallfahrtskirche mit ihren beiden Türmen ist eines der bekanntesten Wahrzeichen von Linz.
  • Grottenbahn: Die Märchen- und Zwergenwelt auf dem Pöstlingberg ist besonders bei Familien mit Kindern beliebt.
  • Ars Electronica Center: Das sogenannte Museum der Zukunft beschäftigt sich mit künstlicher Intelligenz, Robotik, Digitalisierung, Biotechnologie und Medienkunst.
  • Ars Electronica Festival: Das international bekannte Festival verbindet Kunst, Technologie, Wissenschaft und gesellschaftliche Zukunftsfragen.
  • Lentos Kunstmuseum: Das moderne Museum direkt an der Donau zeigt bedeutende Werke der modernen und zeitgenössischen Kunst.
  • Brucknerhaus: Das Konzerthaus an der Donau ist nach dem Komponisten Anton Bruckner benannt und ein wichtiger Veranstaltungsort für klassische und moderne Musik.
  • Brucknerfest: Das jährlich stattfindende Musikfestival gehört zu den bedeutendsten kulturellen Veranstaltungen der Stadt.
  • Musiktheater Linz: Das moderne Opern- und Theaterhaus am Volksgarten bietet Opern, Musicals, Ballett und weitere Bühnenproduktionen.
  • voestalpine Stahlwelt: Die multimediale Ausstellung gibt Einblicke in die Herstellung, Verarbeitung und Bedeutung von Stahl.
  • Mural Harbor: Im Linzer Hafen sind großflächige Graffiti- und Street-Art-Kunstwerke internationaler Künstler zu sehen.
  • Tabakfabrik Linz: Das denkmalgeschützte Industriegebäude wird heute als Zentrum für Kreativwirtschaft, Digitalisierung, Ausstellungen und Veranstaltungen genutzt.
  • Donaulände und Donaupark: Die Grünflächen entlang der Donau laden zum Spazierengehen, Radfahren, Erholen und zum Besuch verschiedener Veranstaltungen ein.

Tourismus in Linz

Linz hat sich als Ziel für Kultur-, Geschäfts- und Städtereisen etabliert. Im Jahr 2025 wurden in der Stadt mehr als 605.000 touristische Ankünfte und über eine Million Übernachtungen gezählt. Damit wurde erneut die Marke von einer Million Übernachtungen pro Jahr überschritten.

In diesen Statistiken sind hauptsächlich Gäste erfasst, die in gewerblichen Beherbergungsbetrieben übernachten. Tagesgäste, Veranstaltungspublikum und ein Teil der Passagiere von Donaukreuzfahrten werden darin nicht als touristische Ankünfte gezählt. Die tatsächliche Zahl der Menschen, die Linz jährlich besuchen, liegt deshalb deutlich höher.

Zu den touristischen Höhepunkten zählen das Ars Electronica Festival, das Brucknerfest, Konzerte, Theateraufführungen, Weihnachtsmärkte und Veranstaltungen entlang der Donau. Auch die Verbindung aus Kultur, Einkaufsmöglichkeiten, Gastronomie, Industriegeschichte und Natur macht Linz für Wochenend- und Kurzreisen attraktiv.

Prominente Persönlichkeiten

Zahlreiche Künstler, Musiker, Wissenschaftler und Schriftsteller wurden in Linz geboren oder waren eng mit der Stadt verbunden:

  • Hermann Bahr: Der 1863 in Linz geborene Schriftsteller, Dramatiker und Theaterkritiker war ein bedeutender Vertreter der Wiener Moderne.
  • Richard Tauber: Der 1891 in Linz geborene Opern- und Operettensänger wurde durch seine Auftritte und seine Zusammenarbeit mit Franz Lehár international bekannt.
  • VALIE EXPORT: Die 1940 in Linz geborene Künstlerin zählt zu den wichtigsten Vertreterinnen der feministischen Medien-, Film- und Performancekunst.
  • Christina Stürmer: Die österreichische Sängerin und Songwriterin wurde 1982 in Linz geboren und ist durch zahlreiche deutschsprachige Hits bekannt.
  • Johannes Kepler: Der deutsche Astronom und Mathematiker lebte von 1612 bis 1626 in Linz und arbeitete dort an bedeutenden astronomischen und mathematischen Werken.
  • Anton Bruckner: Der bekannte österreichische Komponist war von 1856 bis 1868 als Dom- und Stadtpfarrorganist in Linz tätig.
  • Adalbert Stifter: Der Schriftsteller, Maler und Pädagoge lebte viele Jahre in Linz und arbeitete dort unter anderem als Schulinspektor.
  • Wolfgang Amadeus Mozart: Mozart hielt sich 1783 einige Tage in Linz auf und komponierte dort innerhalb kurzer Zeit seine bekannte „Linzer Sinfonie“.
  • Alfred Kubin: Der österreichische Zeichner, Grafiker und Schriftsteller wurde 1877 in Linz geboren und gilt als wichtiger Vertreter des Symbolismus und Expressionismus.
  • Ludwig Boltzmann: Der bedeutende österreichische Physiker war zeitweise als Professor in Linz tätig.

Typische Speisen und Getränke

Die Küche von Linz ist eng mit den kulinarischen Traditionen Oberösterreichs verbunden. Süße Mehlspeisen, deftige Knödelgerichte, Schweinefleisch, Most und Bier spielen eine wichtige Rolle.

  • Linzer Torte: Die bekannteste Spezialität der Stadt besteht traditionell aus einem würzigen Nuss- oder Mandelteig, Ribiselmarmelade und einem charakteristischen Teiggitter. Sie gilt als eine der ältesten nach einer Stadt benannten Torten.
  • Linzer Augen: Das feine Gebäck besteht aus zwei Mürbeteigplätzchen, die mit Marmelade gefüllt und mit Staubzucker bestreut werden.
  • Schweinsbraten oder Bratl: Gebratenes Schweinefleisch wird traditionell mit Knödeln, Kartoffeln und Kraut serviert.
  • Speckknödel: Herzhafte Knödel mit Speckfüllung, die häufig mit Sauerkraut oder in einer Suppe angeboten werden.
  • Grammelknödel: Knödel mit einer würzigen Füllung aus Grammeln, also ausgelassenen und knusprigen Speckstückchen.
  • Hascheeknödel: Eine oberösterreichische Spezialität mit einer pikanten Füllung aus fein gehacktem Fleisch.
  • Erdäpfelkäse: Ein traditioneller Brotaufstrich aus Kartoffeln, Zwiebeln, Sauerrahm und Gewürzen.
  • Brettljause: Eine kalte Jause mit Speck, Wurst, Käse, Aufstrichen, Essiggurken und Bauernbrot.
  • Bauernkrapfen: Süße, in Fett gebackene Teigstücke, die häufig mit Marmelade gefüllt oder mit Staubzucker bestreut werden.
  • Mohn- und Nussstrudel: Beliebte Mehlspeisen, die in Kaffeehäusern und traditionellen Gasthäusern angeboten werden.
  • Oberösterreichisches Bier: In Linz und der Umgebung werden verschiedene regionale Biersorten gebraut und ausgeschenkt.
  • Apfelmost: Das leicht alkoholische Getränk aus vergorenem Apfelsaft gehört zur traditionellen oberösterreichischen Wirtshauskultur.
  • Birnenmost: Eine weitere regionale Mostspezialität, die aus verschiedenen Birnensorten hergestellt wird.
  • Obstbrände und Schnäpse: Häufig werden Brände aus Äpfeln, Birnen, Marillen oder Zwetschgen angeboten.
  • Kaffee und Melange: In den Linzer Kaffeehäusern wird die Linzer Torte traditionell mit Kaffee, Melange oder Tee serviert.

Typische Souvenirs

Besucher finden in Linz sowohl klassische Reiseandenken als auch kulinarische Spezialitäten und moderne Designprodukte:

  • Linzer Torte in einer Geschenkdose: Das bekannteste kulinarische Mitbringsel wird häufig in dekorativen Metall- oder Künstlerdosen angeboten.
  • Mini-Linzer-Torten: Kleine und einzeln verpackte Varianten eignen sich besonders gut als Geschenk oder Reiseandenken.
  • Linzer-Augen-Gebäck: Die traditionellen Marmeladenplätzchen werden in zahlreichen Bäckereien und Konditoreien angeboten.
  • Magnete mit Linzer Motiven: Beliebte Darstellungen zeigen den Pöstlingberg, die Pöstlingbergbahn, den Mariendom, den Hauptplatz oder die Donau.
  • Postkarten: Klassische und moderne Postkarten zeigen die Linzer Skyline, historische Gebäude, Kunstwerke oder Ansichten der Donau.
  • Tassen und Trinkgläser: Häufig sind sie mit der Skyline, dem Stadtnamen oder bekannten Sehenswürdigkeiten bedruckt.
  • Schlüsselanhänger: Typische Motive sind die Pöstlingbergbahn, die Linzer Torte, der Mariendom oder der Schriftzug „Linz“.
  • Grottenbahn-Figuren: Kleine Zwergen- und Märchenfiguren erinnern an die bekannte Grottenbahn auf dem Pöstlingberg.
  • Ars-Electronica-Souvenirs: Bücher, technische Spielereien, Designobjekte und Artikel mit Bezug zu Digitalisierung und Medienkunst.
  • Lentos-Kunstprodukte: Kunstdrucke, Postkarten, Bücher und Designartikel aus dem Museumsshop.
  • Regionale Schokolade und Pralinen: Einige Konditoreien bieten Süßwaren mit Linzer-Torte-Geschmack oder Linzer Stadtmotiven an.
  • Oberösterreichischer Most: Flaschen mit Apfel- oder Birnenmost eignen sich als regionales Genuss-Souvenir.
  • Regionales Bier: Bier aus Linz und Oberösterreich wird teilweise in dekorativen Geschenkpackungen angeboten.
  • Marmeladen und Fruchtaufstriche: Besonders Ribiselmarmelade erinnert an die typische Füllung der Linzer Torte.
  • Handgefertigte Designprodukte: Schmuck, Keramik, Druckgrafiken und Dekorationsartikel aus Linzer Ateliers verbinden traditionelle Motive mit modernem Design.

Fazit

Linz ist eine Stadt der Gegensätze. Römische Spuren, mittelalterliche Handelsgeschichte, barocke Plätze und neugotische Architektur treffen auf Stahlindustrie, digitale Kunst und moderne Wissenschaft. Die Stadt hat sich intensiv mit ihrer schwierigen Geschichte auseinandergesetzt und zugleich eine neue kulturelle Identität entwickelt.

Wer Linz besucht, erlebt keine klassische Museumsstadt, sondern einen lebendigen Ort, an dem Industrie, Kultur, Natur und Zukunft eng miteinander verbunden sind. Der Pöstlingberg, die Donau, moderne Museen, historische Bauwerke und natürlich ein Stück Linzer Torte machen die oberösterreichische Landeshauptstadt zu einem abwechslungsreichen Reiseziel.