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Die Krimmler Wasserfälle – Naturwunder im Salzburger Land

Die Krimmler Wasserfälle zählen zu den eindrucksvollsten Natursehenswürdigkeiten Österreichs. Über drei mächtige Fallstufen stürzt die Krimmler Ache insgesamt rund 380 Meter in die Tiefe. Das Tosen des Wassers, der feine Sprühnebel und die alpine Landschaft des Nationalparks Hohe Tauern machen einen Besuch zu einem besonderen Erlebnis. Die Wasserfälle gelten als die höchsten Wasserfälle Österreichs und werden aufgrund ihrer gesamten Fallhöhe und Wassermenge häufig als die größten Wasserfälle Europas bezeichnet.

Rund 400.000 Menschen aus aller Welt besuchen die Krimmler Wasserfälle jährlich. Damit gehören sie zu den bekanntesten und meistbesuchten Naturattraktionen Österreichs. Besonders in den Sommermonaten zieht das Naturschauspiel zahlreiche Wanderer, Familien, Reisegruppen und Naturfreunde an.

Geografische Lage und Bundesland

Die Krimmler Wasserfälle befinden sich in der Gemeinde Krimml im österreichischen Bundesland Salzburg. Krimml gehört zum politischen Bezirk Zell am See und liegt im westlichsten Teil des Oberpinzgaus, nahe den Grenzen zu Tirol und Südtirol.

Der Ort befindet sich auf etwa 1.067 Metern Höhe am oberen Ende des Salzachtals. Von der Stadt Salzburg ist Krimml ungefähr 125 Kilometer entfernt. Die Gemeinde erstreckt sich über eine Fläche von rund 169 Quadratkilometern. Große Teile des Gemeindegebietes bestehen aus Gebirgslandschaften, Gletschern, Wäldern und Almen.

Die höchste Erhebung des Gemeindegebietes ist die rund 3.500 Meter hohe Dreiherrnspitze. Krimml ist außerdem die einzige Gemeinde des Bundeslandes Salzburg, die unmittelbar an Italien grenzt. Aufgrund dieser Lage war das Gebiet über Jahrhunderte ein wichtiger Übergangsraum zwischen dem Salzburger Land, Tirol und dem heutigen Südtirol.

Einwohnerzahl und Bedeutung des Tourismus

Krimml ist trotz seiner internationalen Bekanntheit eine kleine Gemeinde. Dort leben rund 800 Einwohner. Mit weniger als fünf Einwohnern pro Quadratkilometer gehört Krimml zu den besonders dünn besiedelten Gemeinden des Salzburger Landes.

Die geringe Einwohnerzahl steht in einem auffälligen Gegensatz zur großen touristischen Bedeutung des Ortes. Jährlich kommen rund 400.000 Tagesgäste zu den Wasserfällen. Zusätzlich werden in der Gemeinde mehr als 400.000 Übernachtungen pro Jahr verzeichnet.

Im Sommer besuchen vor allem Wanderer, Naturfreunde und Familien den Ort. Im Winter kommen zahlreiche Urlauber zum Skifahren, Langlaufen, Winterwandern und Rodeln nach Krimml und Hochkrimml. Durch die Nähe zur Zillertal Arena ist die Gemeinde auch als Wintersportort von großer Bedeutung.

Entstehung der Krimmler Wasserfälle

Die geologische Geschichte der Krimmler Wasserfälle begann vor ungefähr 30 Millionen Jahren. Damals kollidierten die afrikanische und die eurasische Kontinentalplatte. Durch den gewaltigen Druck wurden Gesteinsschichten aufgefaltet und die Alpen langsam angehoben. Dabei entstand auch das sogenannte Tauernfenster, eine geologische Besonderheit, in der tief liegende Gesteinsschichten an die Erdoberfläche gelangten.

Während der Eiszeiten formten mächtige Gletscher das heutige Salzachtal. Sie schliffen das Haupttal wesentlich stärker und tiefer aus als das höher gelegene Krimmler Achental. Nach dem Abschmelzen des Eises blieb zwischen den beiden Tälern ein großer Höhenunterschied bestehen.

Über diesen Geländeabbruch fließt heute die Krimmler Ache in drei großen Stufen hinunter. Besonders widerstandsfähige Gesteine sorgten dafür, dass die Steilstufen nicht vollständig abgetragen wurden. Dadurch blieben die oberen, mittleren und unteren Wasserfälle als mächtige Kaskaden erhalten.

Die Krimmler Ache wird von Niederschlägen, Schneefeldern und mehreren Gletschern gespeist. Deshalb verändert sich ihre Wassermenge stark im Verlauf des Jahres und sogar während eines einzelnen Tages. Im Frühsommer und Sommer führen Schneeschmelze, Gletscherschmelze und Regen besonders große Wassermengen heran.

Durchschnittlich stürzen mehrere Kubikmeter Wasser pro Sekunde über die Fallstufen. An warmen Sommernachmittagen kann die Wassermenge erheblich größer sein als am frühen Morgen oder im Herbst.

Historische Entwicklung und touristische Erschließung

Das Gebiet um Krimml war bereits in der Bronzezeit besiedelt. Etwa zwei Kilometer östlich des heutigen Ortskerns befand sich auf dem Falkenstein ab ungefähr 1600 vor Christus eine Höhensiedlung mit mehreren Hütten.

Der Übergang über den Krimmler Tauern wurde vermutlich schon früh genutzt. Später entwickelte sich dort ein bedeutender Saumweg, über den unter anderem Salz nach Süden und Wein nach Norden transportiert wurden. Das Krimmler Tauernhaus, das Reisenden, Händlern und Säumern als Unterkunft diente, wurde bereits im Jahr 1389 erstmals urkundlich erwähnt.

Die Wasserfälle selbst wurden lange Zeit kaum als Sehenswürdigkeit wahrgenommen. Erst während der Romantik im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert entdeckten Maler, Naturforscher und wohlhabende Reisende die wilde Alpenlandschaft. Erzherzog Johann besuchte die Wasserfälle im Jahr 1829.

In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstanden die ersten Wege und Aussichtsmöglichkeiten am unteren Wasserfall. Im Jahr 1879 errichteten der Deutsche und der Österreichische Alpenverein einen besser ausgebauten Weg mit Brücken und Aussichtskanzeln.

Die Eröffnung der Pinzgauer Lokalbahn gegen Ende des 19. Jahrhunderts erleichterte die Anreise erheblich. Im Jahr 1901 wurde der Wasserfallweg durch die Alpenvereinssektion Warnsdorf weiter ausgebaut. Seitdem führt er in zahlreichen Serpentinen unmittelbar an den drei Fallstufen entlang.

Mehrfach gab es Pläne, die Wasserkraft der Krimmler Ache zur Stromerzeugung zu nutzen. Naturschützer, Alpenvereine und Teile der Bevölkerung setzten sich jedoch erfolgreich für den Erhalt der Landschaft ein. Im Jahr 1958 wurden das Krimmler Achental und die Wasserfälle unter Schutz gestellt.

1967 erhielten die Krimmler Wasserfälle das Europäische Diplom für geschützte Gebiete. Seit 1984 sind sie Bestandteil des Nationalparks Hohe Tauern und damit dauerhaft geschützt.

Sehenswürdigkeiten und Naturerlebnisse

Neben den Wasserfällen gibt es in Krimml mehrere weitere Sehenswürdigkeiten und Ausflugsziele:

  • Wasserfallweg: Der etwa vier Kilometer lange Weg führt vom unteren Wasserfall über zahlreiche Aussichtspunkte bis zum oberen Ende der Fälle. Der vollständige Aufstieg ist teilweise steil und verlangt eine gewisse Kondition.
  • Krimmler WasserWelten: Das Erlebniszentrum am Eingang der Wasserfälle erklärt den Wasserkreislauf, die Kraft des Wassers und die Entstehung der Fälle. Interaktive Stationen und ein Wasserpark machen die Anlage besonders für Familien interessant.
  • Krimmler Achental: Oberhalb der Wasserfälle öffnet sich ein ruhiges Hochtal mit Almen, Gebirgsbächen und abwechslungsreichen Wanderwegen.
  • Krimmler Tauernhaus: Das historische Gasthaus im Achental ist seit dem Mittelalter eine wichtige Raststation für Reisende und Wanderer.
  • Anton-Wallner-Denkmal: Das Denkmal im Ortszentrum erinnert an den mit Krimml verbundenen Salzburger Landesverteidiger.
  • Gerlos Alpenstraße: Die Panoramastraße verbindet Krimml mit dem Tiroler Zillertal und bietet zahlreiche Ausblicke auf die Wasserfälle und die umliegende Bergwelt.
  • Pfarrkirche Krimml: Die Kirche bildet gemeinsam mit traditionellen Häusern das historische Zentrum der Gemeinde.
  • Nationalpark Hohe Tauern: Rund um Krimml befinden sich zahlreiche Wanderwege, Naturlehrpfade, Almen und Aussichtspunkte.
  • Zillertal Arena: Das weitläufige Skigebiet rund um Hochkrimml bietet im Winter zahlreiche Pisten, Bergbahnen und Wintersportmöglichkeiten.

Prominente Persönlichkeiten

Mehrere bekannte Persönlichkeiten sind mit Krimml verbunden:

  • Franz Innerhofer: Der österreichische Schriftsteller wurde 1944 in Krimml geboren. Sein autobiografisch geprägter Roman „Schöne Tage“ erschien 1974 und machte ihn im gesamten deutschsprachigen Raum bekannt. Darin schilderte er das harte Leben eines Kindes und Knechtes in der bäuerlichen Gesellschaft des Pinzgaus.
  • Anton Wallner: Der Salzburger Landesverteidiger wuchs in Oberkrimml auf und wurde vermutlich in Krimml oder in der unmittelbaren Umgebung geboren. Während der Kämpfe von 1809 führte er Salzburger Truppen gegen die französisch-bayerische Besetzung.
  • Liesl Geisler-Scharfetter: Die in Krimml geborene Wirtin des Krimmler Tauernhauses unterstützte im Jahr 1947 Tausende jüdische Flüchtlinge. Diese versuchten, über den Krimmler Tauern nach Italien und anschließend weiter in Richtung Palästina zu gelangen. Sie versorgte die erschöpften Menschen mit Essen und bot ihnen einen Platz zum Ausruhen.

Typische Speisen und Getränke

Die Küche in Krimml ist von der bäuerlichen Tradition des Pinzgaus, von der Almwirtschaft und teilweise von Einflüssen aus Tirol und Südtirol geprägt. Typische Spezialitäten sind:

  • Pinzgauer Kasnocken mit würzigem Käse und Röstzwiebeln
  • Kaspressknödel in einer kräftigen Suppe oder mit Salat
  • Pinzgauer Bladln aus Kartoffelteig
  • Gefüllte Bauernkrapfen
  • Brettljause mit Speck, Käse, Wurst und Bauernbrot
  • Gerichte mit Pinzgauer Rind
  • Wildgerichte aus den umliegenden Wäldern
  • Spezialitäten vom Tauernlamm
  • Kaiserschmarrn mit Zwetschgenröster oder Apfelmus
  • Bauernkrapfen mit Marmelade
  • Apfelradln und Apfelstrudel
  • Selbst gebrannter Obstler
  • Kräuter- und Enzianschnaps
  • Regionales Bier
  • Buttermilch von den umliegenden Almen
  • Regionale Fruchtsäfte und Kräutertees

Viele dieser Gerichte entstanden aus einfachen Zutaten wie Kartoffeln, Mehl, Milch, Käse und Eiern, die auf den Bauernhöfen und Almen verfügbar waren. Sie sind kräftig und sättigend und eignen sich besonders nach einer längeren Wanderung zu den Wasserfällen.

Typische Souvenirs

Als Erinnerung an die Krimmler Wasserfälle und die Berglandschaft des Nationalparks Hohe Tauern werden zahlreiche klassische und regionale Souvenirs angeboten. Besonders beliebt sind:

  • Postkarten mit Motiven der drei Wasserfallstufen
  • Fotomagnete mit Ansichten der Krimmler Wasserfälle
  • Tassen und Trinkbecher mit Krimml- oder Wasserfallmotiven
  • Schneekugeln mit Miniaturdarstellungen der Wasserfälle
  • Schlüsselanhänger aus Metall, Holz oder Kunststoff
  • Wanderabzeichen und Anstecknadeln
  • Trinkflaschen und praktische Wanderaccessoires
  • Plüschtiere heimischer Alpentiere
  • Kleine Figuren von Murmeltieren, Steinböcken, Adlern oder Kühen
  • Souvenirs mit Edelweiß-, Enzian- oder Alpenmotiven
  • Bildbände und Kalender über die Krimmler Wasserfälle
  • Bücher und Informationsmaterial über den Nationalpark Hohe Tauern
  • Holzdekorationen und handwerklich gefertigte Produkte aus der Region
  • Regionaler Käse und Speck
  • Bauernbrot und haltbare Wurstspezialitäten
  • Honig aus dem Salzburger Land
  • Kräuterprodukte und Kräutersalz
  • Marmeladen und Fruchtaufstriche
  • Obstler, Kräuterliköre und Pinzgauer Schnapsspezialitäten

Die Geschäfte bei den Krimmler WasserWelten, am Wasserfallweg und im Ortszentrum bieten sowohl klassische Andenken als auch regionale Lebensmittel und Produkte aus dem Nationalpark Hohe Tauern an. Dadurch können Besucher zwischen dekorativen Erinnerungsstücken, praktischen Reiseandenken und kulinarischen Spezialitäten wählen.

Fazit

Die Krimmler Wasserfälle verbinden auf außergewöhnliche Weise Natur, Erdgeschichte, Kultur und Tourismus. Ihre Entstehung reicht Millionen Jahre zurück, während ihre touristische Erschließung vor allem im 19. Jahrhundert begann.

Heute sind sie das Wahrzeichen einer kleinen Gemeinde, deren Name weit über die Grenzen Österreichs hinaus bekannt ist. Der tosende Wasserfall, das Krimmler Achental, historische Wege und regionale Traditionen machen Krimml zu einem vielseitigen Reiseziel.

Gleichzeitig zeigt die Geschichte des Naturschutzes, dass wirtschaftliche Nutzung und technische Eingriffe nicht zwangsläufig Vorrang haben müssen. Gerade weil die Wasserfälle erhalten und geschützt wurden, können jedes Jahr Hunderttausende Besucher dieses beeindruckende Schauspiel aus Wasser, Fels, Wald und Licht erleben.